Rezensionen

Erik Schreiber
Phantastischer Bücherbrief 12/2009


Die Geschichte beginnt mit dem Kater Caruso, der öfters mal mit Kater Karlo
abhängt. Leider ist Karlo in diversen Stimmungstiefs gefangen und dann wird seine
Stimme sehr hoch und schrill, dass er von seinen Katzenkumpels als Tante Klara
bezeichnet wird. Da es Winter ist, und kalt und er draussen übernachten muss, sucht
er die nahe Scheune des Bauern auf weil man im Heu angenehm übernachten kann.
Dort trifft er jedoch auf einen alten Greis, der dafür verantwortlich ist, dass er,
Caruso, als Katze wiedergeboren wurde. Von diesem alten, altbekannten, Mann hat
er den Auftrag, auf den Jungen Marco mehr als nur ein Auge werfen. Er soll dafür
sorgen, dass aus ihm ein ordentlicher Junge wird. Marco hängt jedoch lieber vor der
Daddelkiste ab. Schule ist nicht so sein Ding. Also lieber Computerspiele. Bei einem
dieser Spiele geht etwas schief und Marco ist daran Schuld, den Nordwind in ein
Piraten-PC-Spiel eingefangen zu haben, aus dem er sich nicht befreien kann. Marco
ist auf den ersten Schreck ziemlich niedergeschlagen. Als nächstes wundert er sich
über seinen Kater Caruso, der den Mund nicht halten konnte. Daher erfährt Marco
die wundersame Eigenschaft, der Kater beherrscht die Menschensprache. Langsam
kommt eins zum anderen und Marco muss sich auf den Weg machen, ein
geeignetes Mittel aufzutreiben, damit der Nordwind aus dem Spiel befreit werden
kann. So lange dient er den Piraten auf dem Schiff "BugvollLöcher" als Ventilator.
Jetzt geht es los. Oder doch nicht. Denn wir müssen erst noch Jams K.
vorstellen. Eine Kakerlake, die mit einer Motte in einer Art Wohngemeinschaft lebt.
James ist Geheimagent und arbeitet immer im Verborgenen. Diesmal wird er jedoch
von Marco und seinem kleinem Team gesucht. James ist ein wirklich harter Kerl.
Wenn es hart auf hart kommt, trifft es ihn besonders hart. Mit dem Kopf auf den
Fussboden, weil er immer in Ohnmacht fällt. Aber jetzt geht es los. Die kleine Gruppe
um Marco muss ein Abenteuer nach dem anderen erleben, bis sie am Ende des
Buches den Nordwind aus dem Computerspiel befreien können. Oder auch nicht. Es
ist schliesslich eine Trilogie angesagt. JAMES K. IN: PIRATEN! ist für den Sommer
2010 angekündigt.


Obwohl das Jugendbuch James K. im Titel trägt, ist es erst einmal jemand
anderes, der in den Vordergrund rückt. Mike Brandt lässt auch James nicht im
Regen, äh Mittelpunkt, stehen, sondern ändert die Sichtweise oft und gerne. Das
Buch ist sehr humorvoll geschrieben, locker leicht zu lesen und einfach zu verfolgen.
Der Autor versteht es immer wieder Anspielungen an andere Bücher, Spiele,
Musiktitel etc. in die Geschichte einfliessen zu lassen. Kater Karlo etwa, bekannt aus
jedem dritten Micky-Maus-Heft, die Killerkakerlake James, die eine Homage an
James Bond darstellt, die Überschrift Wind Nordost - Startbahn 03, ein Lied von
Reinhard May und anderes mehr. Leider verstehen die Jugendlichen, die das Buch
lesen nicht alle Anspielungen. Das Jugendbuch liegt, zu unrecht, leider nicht in den
Buchhandlungen. Ein sehr zu empfehlendes Jugendbuch. Selbst ein alter Mann wie
ich hat seine Freude daran.

Vier von fünf Sternen

 

Wolfgang Brandt:

Geisterspiegel 12/2009

Irgendwie fühlt man sich in die Zeit, in der Fabeln eine gewichtige Rolle spielten, versetzt. Nicht dass Mike Brandt seine Storyline in Versen oder Prosa niederschreibt, er bedient sich aus meiner Sicht einiger Elemente der Fabel und baut Tiere mit menschlichen Eigenschaften in »James K. in: Vampire!« ein. Da ist an erster Stelle der Geheimagent James K. zu nennen - eine charmante, chaotische und manchmal doch nicht so perfekte Kakerlake. Und Kater Caruso, stets auf der Suche nach etwas Essbarem.
»James K. in: Vampire!« ist nicht nur ein Buch für Kinder, auch uns Erwachsenen ringt die Story von Mike Brandt so manches Lächeln ab. Wordgewandt und mit viel Witz versteht es der Autor, den Leser von Seite zu Seite bestens zu unterhalten. Brillant schlägt Brandt einen Spannungsbogen zwischen real existierender Welt, in der Marco und Sophia leben, und einer Fantasywelt, in der die Kinder mit ihren tierischen Freunden auf sich allein gestellt sind, um Igidius Ivanho zu finden.
Obwohl der erste Band »James K. in: Vampire!« heißt, ist es nicht nur die Kakerlake, die der Autor in den Vordergrund rückt. Vielmehr führt er eine Reihe von Protagonisten ein, die im Verlauf der Storyline ihren eigenen Charakter entfalten können und sich gegenseitig ergänzen. Das macht den Reiz der Story aus.

Fazit:
Der Autor Mike Brandt hat »James K. in: Vampire!« zwar für Kinder geschrieben, ist aber auch für Erwachsene bestens geeignet - prall gefüllt mit Anspielungen auf andere Titel und alltägliche Lebens-situationen, Wortwitz und humorvollen Passagen.

9 von 10 Sternen

 


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